Am 19. November findet der deutsche RESIZE-Online-DACUM-Workshop zur Lehrplanentwicklung für einen modernen, menschenorientierten Strafvollzug statt.
- Daniela Hirt

- 15. Nov.
- 2 Min. Lesezeit

Der Workshop ist Teil des europäischen Projekts RESIZE. Das Projekt wird von Interchange koordiniert mit Rhianon Williams als Geschäftsführerin. In diesem Projekt arbeiten von 2025 bis 2029 insgesamt 25 Partnerorganisationen aus 15 europäischen Ländern zusammen, um Kompetenzen im Strafvollzug systematisch zu erfassen, zu strukturieren und weiterzuentwickeln. Da das Projekt eines der acht EU-Blueprint-Alliances-Projekte ist, fließen die nationalen Ergebnisse unmittelbar in europaweite Kompetenz- und Curriculumstrukturen ein.
Der bevorstehende Workshop verfolgt das Ziel, die tatsächlichen Aufgaben, Anforderungen und Arbeitsrealitäten im deutschen Justiz-Ökosystem abzubilden. Dabei werden Praktiker:innen aus verschiedenen Bereichen der Justizarbeit gemeinsam zentrale Aufgaben moderner Arbeit im Strafvollzug identifizieren, diese in Teilaufgaben gliedern und den dafür notwendigen Wissens-, Fähigkeits- und Ressourcenbedarf benennen. Die Methodik folgt dem DACUM-Ansatz, der auf der Expertise der Teilnehmenden basiert und deren berufliche Praxis in den Mittelpunkt stellt. Die Ergebnisse aus Deutschland werden anschließend mit den Ergebnissen aus 14 weiteren EU-Ländern zusammengeführt und bilden eine wesentliche Grundlage für den geplanten Europäischen Kompetenzindex für Strafvollzugskompetenzen (ESI-CC). Dieser Index soll bis 2026 entstehen und langfristig dazu beitragen, Qualifikationsprofile, Weiterbildungen und Anerkennungsverfahren europaweit zu harmonisieren.
Meine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Rhianon Williams, der Geschäftsführerin von Interchange, spielt in der Vorbereitung und Durchführung des Workshops eine zentrale Rolle. Sie stellt sicher, dass der deutsche Beitrag inhaltlich gut eingebettet ist und in einem klaren Bezug zu den übergeordneten Projektzielen steht. Ihre Erfahrung in der europäischen Entwicklungsarbeit und ihr Überblick über die Prozesse im Gesamtprojekt gewährleisten eine konsistente Verbindung zwischen den nationalen Ergebnissen und dem europäischen Rahmen. Den Workshop für die deutsche Fokusgruppe werden wir gemeinsam durchführen. Hier wurden bereits viele Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen, die in oder mit dem Justizsystem arbeiten. Dazu zählen unter anderem Beschäftigte im Justizvollzug, Fachkräfte aus psychosozialen oder therapeutischen Diensten, Bewährungshelfer:innen, medizinische und pflegerische Fachkräfte, Leitungspersonal, Bildungs- und Ausbildungsexpert:innen sowie Vertreter:innen aus NGOs.
Weitere Personen aus diesen Berufsgruppen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich gerne noch bei mir oder bei Rhianon Williams unter www.inter-change.com melden. Jede Perspektive ist wichtig, da nur durch die Beteiligung der Praxis ein realistisches und umfassendes Abbild der Aufgaben und Kompetenzen im Justizbereich entstehen kann.
Mit dem Workshop leistet Deutschland einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung eines europaweit abgestimmten Kompetenzmodells. Die aktive Beteiligung von Fachkräften vor Ort ist entscheidend, damit dieses Modell sowohl die Vielfalt der Arbeitsrealitäten als auch die Anforderungen eines modernen, menschenorientierten Strafvollzugs abbildet.









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