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Fachkräfteschulung häusliche Gewalt in den Slums von Lima im Juli 2023, Teil 2


Die Vorbereitungen für meinen zweiten Aufenthalt in den slums (pueblo joven) bei Lima treffe ich seit Monaten und jetzt würde ich gerne die Zeit anhalten, denn am 02.07.23 geht mein Flugzeug und es gibt noch sehr, sehr viel zu tun. Mein Kollege Stephan Martin vom mannebüro Zürich und ich arbeiten intensiv an dem Konzept und an der Handreichung für unsere 14-tägige Fachkräfteschulung zur Täterarbeit/Gewaltberatung häusliche Gewalt. Die Estacion Esperanza ist dabei unsere Kooperationspartnerin vor Ort und liegt mitten im Slum, in dem 160 Familien leben. Das Hilfswerk engagiert sich im Bereich der Bildungs- und Freizeitangebote, Familienbegleitung und Obdachlosenarbeit. Die Arbeit der Geschäftsführung und des Teams in der Estacion Esperanza ist an das Montessouri Konzept ausgerichtet und erfolgt systemisch-lösungsorientiert mit einer christlichen Grundhaltung. Sie machen bereits kräftig Werbung bei den NGO's für die Weiterbildung und haben schon einige Anmeldungen.

Wir orientieren uns bei der Fachkräfteschulung an unserer Fachpraxis und den Qualitätsstandards der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e.V. . Aufgrund meines ersten Aufenthalts und die Besuche in Ministerien und im interinstitutionellem Netzwerk häusliche Gewalt, besonders auch der Austausch mit Peruanerinnen und Peruanern ermöglichten es uns nun die örtlichen wie kulturelle Gegebenheiten und Ansätze mit ein zu beziehen.


Die Frauen legen zum Teil weite Wege zurück, um zur Schule zu gehen oder ihrer Arbeit nachzugehen. Die Familien leben zum Teil sehr abgeschieden von jeglicher Zivilisation.


Im Jahre 1993 wurde vom peruanischen Staat das Gesetz Nr. 26260 erlassen, ein Gesetz zum Schutz gegen häusliche Gewalt, als Folge der Unterzeichnung des interamerikanischen Abkommens zur Verhütung, Bestrafung und Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Dieses Gesetz wurde mehrfach geändert, um von häuslicher Gewalt betroffene Frauen zu schützen. In der Praxis jedoch hat es anscheinend nicht den erwarteten Effekt. Das wurde insbesondere in Tagesveranstaltungen und Fachaustauschen in Ministerien mit Fachkolleginnen und Fachkollegen im Jahr 2022 bei meiner ersten Projektdurchführung deutlich. Das Gesetz wird nicht in der Praxis umgesetzt und für Betroffene von häuslicher Gewalt gibt es kaum bis keine Unterstützung vom Staat und von der Justiz im speziellen. Dem geschuldet werden wir nun eine 14-tägige Schulung im Juli 2023 durchführen, damit Fachkräfte in die Lage versetzt werden mit gewalttätigen Männern, die gegen ihre Familien häusliche Gewalt ausüben, zu arbeiten. In Fachkreisen zu sensibilisieren zum Thema häusliche Gewalt wird auch die Aufgabe der Fachkräfte nach der Weiterbildung sein, zumindestens haben wir ein Modul "Interinstitutionelle Kooperationsbündnisse stärken" vorgesehen.






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