E-Learning-Kurs der AG Strafvollzug und Bewährungshilfe für Mitarbeitende zivilgesellschaftlicher Träger der Demokratieförderung und Extremismusprävention, die im Kontext Justiz arbeiten
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Auch ich durfte einen Teil zum E-Learning-Kurs beitragen und über meine Rolle als externe Prozesskoordinatorin von Restorative-Justice Projekten in Form von Kreisdialogen im Gefängnis sprechen. In meiner Arbeit verbinde ich eine klare prozessorientierte Haltung mit einer stark erfahrungsbasierten Praxis. Im Zentrum steht für mich das bewusste Ankommen im Raum, auf körperlicher wie emotionaler Ebene, sowie die sorgfältige Vorbereitung mit den Teilnehmenden, damit ein für alle tragfähiger und sicherer Rahmen entstehen kann. Tragfähige Dialoge entwickeln sich dort, wo Präsenz, Sicherheit und Selbstwahrnehmung gegeben sind. Die Herstellung von Sicherheit in diesen Gruppenprozessen beginnt für mich lange vor dem eigentlichen Kreisdialog. In der individuellen Vorbereitung kläre ich Erwartungen, Grenzen und Bedürfnisse und unterstütze die Teilnehmenden darin, ihre eigene Belastbarkeit realistisch einzuschätzen. Für von Straftaten betroffene Menschen bedeutet Sicherheit vor allem, Kontrolle über das eigene Maß an Offenheit zu behalten, jederzeit Wahlmöglichkeiten zu haben und nicht erneut in eine Überforderung oder Ohnmacht zu geraten. Für inhaftierte Teilnehmende wiederum entsteht Sicherheit durch klare Rahmenbedingungen, transparente Abläufe und die Erfahrung, nicht auf ihre Tat reduziert zu werden, sondern als verantwortungsfähige Person im Prozess wahrgenommen zu sein.Aus meiner Erfahrung heraus erfordert die Begleitung von Kreisdialogen in hochbelasteten Kontexten eine zurückhaltende, nicht-steuernde Prozessführung. Ich verstehe meine Rolle weniger als Moderation im klassischen Sinne, sondern als haltgebend, rahmend und aufmerksam für feine Dynamiken und deren Veränderungen. Zentrale Arbeitsschritte sind das bewusste Etablieren gemeinsamer Vereinbarungen, das kontinuierliche Wahrnehmen von Spannungen und körperlich-emotionalen Reaktionen im Kreis sowie das rechtzeitige Unterbrechen oder Verlangsamen des Prozesses, wenn Sicherheit gefährdet ist. Entwicklung darf entstehen, ohne auf schnelle „Lösungen“ hinzuarbeiten.Diese Haltung ermöglicht es den Teilnehmenden, Verantwortung schrittweise aus eigener Motivation heraus zu übernehmen und Reflexionsprozesse zu vertiefen. Mein Beitrag im E-Learning-Kurs macht sichtbar, wie eine prozesssensible Begleitung Kreisdialoge nicht nur strukturiert, sondern ihnen Tiefe, Würde und Nachhaltigkeit verleiht.









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