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Die Architektur gelingender Zusammenarbeit: Was interdisziplinäre und organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Justizvollzug braucht

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Bild: Privat und von der KI bearbeitet
Bild: Privat und von der KI bearbeitet

Aus meiner Sicht braucht gelingende interdisziplinäre und organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Justizvollzug vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, die Vertrauen, Verständigung und gemeinsames Arbeiten ermöglichen. Im Vollzug begegnen sich bei der Umsetzung von restorativen Kreisdialogen Fachkräfte mit unterschiedlichen professionellen Hintergründen, institutionellen Aufträgen und Handlungsspielräumen. Damit diese Unterschiede nicht zu Reibungsverlusten führen, sondern produktiv genutzt werden können, braucht es Zeit (aus meiner Erfahrung) für gegenseitiges Kennenlernen, gemeinsame Erfahrungen und den Aufbau tragfähiger Arbeitsbeziehungen. Wenn ich als Selbstständige in den Justizvollzug gehe, dann ist es mir wichtig, dass durch z.B. Hospitationen, gemeinsame Fortbildungen oder Fachtagungen gemeinsame Erfahrungen gemacht werden und so schon ein wenig Vertrauen entstehen kann. Es entsteht dabei auch ein Einblick in die Arbeitsweise der jeweiligen Person.


Ebenso wichtig sind mir klare Kommunikations- und Abstimmungsstrukturen. Feste Ansprechpersonen, möglichst noch die Vollzugsleitung mit eingebunden, abgestimmte Terminplanungen, geeignete Räumlichkeiten sowie regelmäßige Reflektionsgespräche erleichtern mir die Zusammenarbeit und schaffen Verbindlichkeit. Gleichzeitig habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich als externe "Trägerin" mitunter eine hohe Flexibilität benötigen, um mein Angebot an die organisatorischen und sicherheitsrelevanten Bedingungen des Justizvollzugs anzupassen. Was brauche ich vom Vollzug? Ich brauche von der jeweiligen Justizvollzugsanstalt immer ein Personensicherungsgerät. Damit ich den Teilnehmenden Sicherheit geben kann im restorativen Kreisdialog brauche ich auch Sicherheit.


Darüber hinaus hängt erfolgreiche Kooperation aus meiner Sicht auch wesentlich vom Engagement und den Ressourcen einzelner Mitarbeitender innerhalb der Justizvollzugsanstalten ab. Dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Kontakte zu pflegen und den Austausch mit anderen Berufsgruppen aktiv zu suchen, entsteht eine tragfähige Zusammenarbeit.


Insgesamt zeigt sich für mich, dass gute Kooperation nicht allein von fachlicher Kompetenz abhängt, sondern von (der Gestaltung der) Rahmenbedingungen, die Vertrauen, Verlässlichkeit und kontinuierliche Kommunikation ermöglichen.


 
 
 

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