Zwischen Methode, Vertrauen und Präsenz
- Daniela Hirt

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Nun habe ich kurz innegehalten und mag etwas "außer der Reihe" schreiben. Etwas dazu WIE ich meine Arbeit verstehe und WIE ich sie tue.
Ich habe im Laufe meines Berufslebens zahlreiche Fort- und Weiterbildungen absolviert, unterschiedliche Methoden kennengelernt, Konzepte vertieft und Werkzeuge erlernt. Diese bilden für mich ein solides Fundament, also eine tragfähige Basis, auf der ich meine Arbeit aufbaue. Methoden geben mir Orientierung, Sprache und Struktur. Sie eröffnen Räume und machen Prozesse nachvollziehbar. Gleichzeitig hat sich mit den Jahren etwas anderes immer stärker in den Vordergrund bei mir geschoben: gewachsene Menschenkenntnis, fachlicher Sachverstand, Klarheit und ein zunehmend tiefes Vertrauen in meine Intuition. Das Wissen darüber wie ich sichere Räume schaffe für Menschen mit denen ich arbeite und wie wichtig das ist. Dieses Vertrauen ist nicht plötzlich entstanden, sondern hat sich leise entwickelt, genährt durch Erfahrung, Begegnung und achtsame Selbstreflexion. Heute verstehe ich Intuition nicht als Gegensatz zu Professionalität, sondern als deren Reifung. Meine Arbeit ist systemisch, menschlich zugewandt, achtsam und bewusst. Ich begegne Menschen weder als Anwenderin von Methoden, noch als eine Frau, die etwas besser weiß, sondern als Mensch unter Menschen, aufmerksam für Dynamiken, Zwischentöne und das, was sich im jeweiligen Kontext zeigen will. Methoden stehen mir zur Verfügung, doch sie bestimmen nicht den Prozess, sie sind Werkzeuge für mich, keine Dogmen.
Aus dieser Haltung heraus blicke ich mit großer Vorfreude auf das Jahr 2026. Ich darf im ersten Halbjahr weiterhin das tun, was ich mit am liebsten tue: Restorative Kreisdialoge gemeinsam mit der Kollegin vom Sozialdienst aus der JVA Bielefeld-Brackwede ebendort durchführen, Gewaltpräventionsschulungen geben, Fachberatungen zum Kinderschutz und für Familienanaloge Wohngruppen und Workshops zu allen möglichen Themen wie Kommunikation, Konfliktmanagement u.ä. durchführen. Zugleich werde ich Neues ausprobieren, neue Räume betreten und meine Arbeit weiterentwickeln, insbesondere auf europäischer Ebene zu restorativen Praktiken und Restorative Justice in geschlossenen Systemen.
Ich freue mich auf Begegnungen, auf Tiefe, auf Lebendigkeit. Und darauf präsent, mit Achtsamkeit, Klarheit und Vertrauen, wirksam zu sein.









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